Ja, Gott war es, der in Christus die Welt mit sich versöhnt hat. (2. Korinther 5,19)


Gott geht friedfertig mit uns um
Versöhnung – was ist das eigentlich? Der Liederdichter Jürgen Werth reißt einen weiten Horizont auf: „Wie ein Fest nach langer Trauer, wie ein Feuer in der Nacht, ein off’nes Tor in einer Mauer, für die Sonne aufgemacht, wie ein Brief nach langem Schweigen, wie ein unverhoffter Gruß, wie ein Blatt an toten Zweigen, ein ‚Ich-mag-dich-trotzdem-Kuss‘. So ist Versöhnung. So muss der wahre Friede sein. So ist Vergeben und Verzeihn.“ Wenn Streit war, wenn man sich verkracht hat und dicke Luft herrscht, dann atmen beide Konfliktparteien auf, wenn sie sich wieder versöhnt die Hand reichen können. Kleine Kinder sagen dazu, dass nun „wieder alles gut“ ist. Versöhnung – ja, schön wär‘s! Doch wer macht den ersten Schritt auf den anderen zu?
Der Apostel Paulus staunt darüber, dass der Schöpfer der Welt diesen ersten grundlegenden Schritt auf uns Menschen zugegangen ist. Wir sind nämlich nicht so, wie Gott uns gedacht hat. Deshalb gibt es Kriege und Kleinkriege, leben wir oft unversöhnlich mit unseren Mitmenschen, ja manchmal sogar mit uns selbst. Doch Gott geht friedfertig mit uns um. Paulus hat erkannt, dass Jesus Christus, Gottes Sohn, der Brückenschlag Gottes zu uns ist. Jesus geht uns Unversöhnlichen nach und sagt: „Mit Gott ist alles gut! Er hat euch vergeben.“ Versöhnung mit Gott, das heißt: Ich stehe nicht mehr unter Anklage. Der Zöllner Zachäus klettert vom Baum und der verlorene Sohn kehrt heim zum Vater.
Reinhard Ellsel


Text: Reinhard Ellsel