Gott spricht: Sie werden weinend kommen, aber ich will sie trösten und leiten. (Jeremia 31,9)


Göttliche Nähe und Frieden
„Nächstes Jahr in Jerusalem!“ Seit Jahrhunderten schon haben sich Juden in der Diaspora mit diesen Worten begrüßt. Heute noch sprechen sie diesen Wunsch am Ende des Sedar, also dem Festessen am Beginn des Sabbats sowie am Versöhnungstag, dem höchsten jüdischen Feiertag. Damit drücken sie die Sehnsucht auf Rückkehr in die Heimat aus, die Hoffnung auf Rückkehr in das ihnen von Gott verheißene Land.
Über Jahrhunderte hinweg sind Juden verfolgt worden, wurden diskriminiert und ausgegrenzt. Einen eigenen Staat, eine „Heimat“, die hatten sie lange Zeit nicht. Doch schon das Alte Testament beschreibt Erfahrungen der Israeliten, der Heimat fern zu sein. Der Prophet Jeremia tröstet sein Volk in der Ferne. Er verkündet ihnen die göttliche Verheißung, dass Gott sein Volk wieder aus dem Exil führen wird. Er wird sein Volk trösten und ihnen die Tränen abwischen. Diejenigen, die an ihn glauben, wird Gott wieder bei sich versammeln.
Die Sehnsucht nach der göttlichen Heilszeit verbindet Juden und Christen miteinander. Auch Christen glauben an das kommende Reich Gottes, an eine Zeit der göttlichen Nähe und des Friedens.
Gottes Reich – „das neue Jerusalem“, beschreibt die Offenbarung des Johannes so: „Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Völker sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein.“


Text: Detlef Schneider

Foto: Lehmann